Logo Günther Mehren
Jeder Mensch kennt das: dass uns unser Leben frag-würdig erscheint oder mindestens merk-würdig.
Wohl zuerst beim Abschied von der Kindheit, in der Pubertät. Später in anderen Zeiten des Übergangs: wenn wir aus der Schule in eine andere gehen, in eine Lehre, oder wenn wir ein Ziel erreicht haben, um das wir uns lang bemüht haben.
Oder wenn uns aufällt, dass wir älter werden, nachdenklicher.
Dann kann Psychoanalyse helfen, Antworten zu finden. Nicht irgendeine Antwort, sondern die Antwort, die dem Menschen entspricht, der sie stellt.

Manchmal sind es unsere Kinder, die uns Fragen stellen, auf die es keine leichten Antworten gibt.

Oder ist es das Schicksal, das uns die Fragen stellt:
Weshalb der Vater nicht wiederkam
Oder weshalb er so spät und krank wiederkam aus dem Krieg
Oder weshalb wir als Kinder nicht verstanden wurden von unseren Eltern
Oder weshalb die Eltern uns mit unseren Fragen alleinließen
Und mit unseren Schuldgefühlen.

Und wie umgehen mit körperlichen Symptomen?

Warum hören wir nicht auf den Schmerz im Magen? Haben wir Angst vor dem, was er uns sagen könnte? Und der Kloß im Hals? Und wenn uns der Bissen im Hals stecken bleibt? Oder wenn wir Heisshunger verspüren, obwohl wir gar nicht hungrig sind?

Wenn feststeht, dass unsere Schmerzen keine organischen Ursachen haben, dann müssen wir uns fragen, was die Symptome bedeuten.

Auch auf diese Frage, gibt es keine allgemeinen Antworten, sondern ganz persönliche Antworten für jeden Menschen und für jeden Fall. Nur eines ist sicher: die Bildsprache, mit der unser Körper auf ein verborgenes Leiden hinweist, ist eine kluge Sprache.

Unser Körper weiss oft viel mehr, als uns bewusst ist.

Stimmt es, was Christa Wolf über die Sprache unseres Körpers schreibt?

"Die Sprache unserer Organe, die wir nicht entschlüsseln können, weil wir eisern entschlossen sind, Körper- und Seelengedächtnis von einander zu trennen."

Sind wir wirklich "eisern entschlossen", oder haben wir nicht hingehört? Oder haben wir einfach Angst vor dem, was der Körper uns sagen will?

Psychotherapie ist ein Mittel gegen diese Angst. Im Gespräch mit dem Psychotherapeuten erleben wir, dass wir nicht alleingelassen werden.

Günther Mehren